NEW ALBUM “RAW LOVE” COMING UP…

14 Speakeasy Songs in English & German Soaked with Moonshine, Poetry & Vibe

17 März 2018

Howdy,

An English version of this text follows as soon as time permits  —  thank you for being patient.

 

AUSSCHNITTE  VON DEN ROUGH-MIXES ZUM NEUEN ALBUM “RAW LOVE”  WEITER UNTEN.

YOU’LL FIND TEASERS OF THE ROUGH MIXES AS YOU SCROLL DOWN THIS PAGE.

 

George Leitenberger & Roddy McKinnon; Photo: Peter Baumeister

George Leitenberger & Roddy McKinnon haben die Aufnahmen zu ihrem Album RAW LOVE abgeschlossen.

George Leitenberger & Roddy McKinnon
Artwork:  Marcel Laliberté

Produzent der Platte ist Andreas Albrecht, mit dem zusammenzuarbeiten ein grosses Vergnügen war. www.andreasalbrecht.com

Andreas Albrecht                                              Photo:  George Leitenberger

In fünf Tagen eine Platte aufnehmen

Das war die Idee: Eine raue, gutklingende, vitale Singer/Songwriter-Platte mit Solo, Duo, Trio- und ganzen Bandstücken aufnehmen, in kurzer Zeit,  also spontan und ohne Schnickschnack – ja nichts Aufgehübschtes, an dem zu viel herumgedrechselt wurde – RAW LOVE sollte es sein.

Warum?

“Perfekt ist der Tod”, sagten wir uns. Um den geht es schon in den Songs zur Genüge. Da wollen wir mit der Musik und dem Sound nicht wirklich auch noch hin.  Deshalb waren wir im Dezember mit Freuden und Kollegen in Berlin in diesem Etablissement zugange…

Ufo-Sound-Studios, Berlin                                 Photo: George Leitenberger

…einem bemerkenswerten Tonstudio in Berlin-Friedrichshain, wo wir alles live einspielten, direkt, rau, mit allen Schnitzern und Schneuzern. 6 Songs von Roddy, 7 von George und einen Song von unserem kürzlich verstorbenen Freund Andreas Schmidt, dem lebenshungrigen Menschen und profunden Schauspieler, “der das Leben von jedem einzelnen von uns ein kleines Stückchen grösser gemacht hat.” – Olli Klatt

Andreas Schmidt & Olli Klatt, Berlin Juni ’87   Photo: Peter Baumeister

GEORGE LEITENBERGER & RODDY McKINNON

“RAW LOVE”

Der Hintergrund

Genau dort, wo in Genf die Rhone und die Arve zusammenfliessen, im Stadtteil Jonction – der “Kreuzung” – ausgerechnet dort begegnen sich 2013 in einer ehemaligen Armaturenfabrik und heutigen Künstlerkolonie zwei Musiker mit sehr unterschiedlichen geographischen und kulturellen Backgrounds: Roddy McKinnon aus Glasgow und George Leitenberger aus Berlin, zwei Songschreiber und Gitarristen, von Arbeit und Liebe an den Léman verschlagen und musikalisch und thematisch in einer Vielzahl von Stilen zu Hause.

Ziemlich schnell wird nach einigen gemeinsamen Gigs klar, dass die beiden gemeinsame Wege gehen werden, mit dem Ziel, in ihrer Art einzigartige Songs zu schreiben und zu spielen – und das auf Deutsch, Englisch und zuweilen auch auf Französisch. Denn das sind die drei Sprachen, mit denen beide tagtäglich sowohl privat als auch beruflich zu tun haben.

George und Roddy sind vom musikalischen Background des jeweils Anderen fasziniert: Bei Roddy sind das Rock’n’Roll, Punk-Rock und Blues, die jubilierende Spielfreude der sogenannten Celtic Music, sein trockener, eigener und klischeefreier Gitarrenstil und seine kompromisslosen Texte, bei George die Einflüsse von Brecht/Weill und Delta-Blues, das Schräge, zuweilen frontal Kritische, aber auch Romantische zugleich.

George Leitenberger & Roddy McKinnon
Photo: Clarissa Mo

Nachdem Roddy McKinnon bereits auf George Leitenbergers letzter Solo-CD “AUTOVIA” (2016) an Gitarre und Mandoline zu hören war (“Grossartig”, “Famos” , “Meisterhaft” etc.) und die beiden zusammen mit anderen Musikern in den vergangenen Jahren zahlreiche Gastspiele in Deutschland, Frankreich und der Schweiz gegeben hatten, gingen sie, wie bereits gesagt, eine knappe Woche lang in Berlin ins Studio, um dort unter der Regie von Andreas Albrecht (Manfred Maurenbrecher, etc.) ihr erstes gemeinsames Duo-Album aufzunehmen in Deutsch und Englisch: RAW LOVE

Der Sound

Ziel war ein Singer/Songwriter-Album mit einem Sound , wie er sonst eher auf Jazz-Labels wie Blue Note oder Verve in den späten 1950er-Jahren zu hören ist: Ungeschminkt, mit einem absoluten Minimum an plug-ins, inklusive Verspieler und kleiner Versinger.

Photo: Andreas Albrecht

“Wir wollten, dass unsere vintage Instrumente auch auf Platte so klingen, wie sie klingen: Warm, holzig, erdig, rau und lieblich – nach RAW LOVE. Andreas Albrecht hat sofort kapiert, was wir wollten und das souverän geschultert.”

Photo:  George Leitenberger

Zu den einzelnen Songs gleich mehr, sie handeln nicht wenig vom Sterblich-sein, von Verrat, Diebstahl und Intrige, vom Sich-Verlieren und Finden. Und von Liebe. Roher Liebe und ihrem Gegenteil.

Die Musiker

Natürlich ist die Platte vor allen Dingen ein Duo-Projekt. Das Duo, das George & Roddy seit Jahren betreiben, sollte überall gewissermassen “wahrnehmbar”, sprich hörbar bleiben und nicht von zu vielen anderen Instrumenten und Stimmen “verstellt” sein. Dieser Grundgedanke zieht sich von Anfang bis Ende durch die Platte. Ausser im letzten Song, dem Bonus-Track, gibt es kein Schlagzeug und auch sehr wenig klassisches Song-Arrangement. Und dennoch sind auf gut der Hälfte der Lieder Freunde und Kollegen zu hören, deren Können den Songs hier und da noch das gewisse Etwas an Klangfarbe hinzufügte:

Andreas Albrecht produziert und spielt Schlagzeug und Hammond B-3 auf HARTE MÄNNER, sein Berliner Max Dreyer Piano » auf SILENT SKIES und singt Backing Vocals auf GRABWÄRTS.

Klaus Eichberger spielt Akkordeon auf WIEDER GESUND und GRAND HOTEL DESORIENTE.

Tobias Fleischer spielt E- u. Kontrabass auf RAW LOVE, VORVORGESTERNMANN, GRABWÄRTS, LASS MICH EINFACH, WIEDER GESUND und HARTE MÄNNER.

Andrea Katzenberger singt backing vocals auf GRABWÄRTS, RAW LOVE und VORVORGESTERNMANN

Olli Klatt spielt Stromgitarre auf HARTE MÄNNER und “stürmt” im Chor für Hertha…

Manfred Maurenbrecher singt mit George den VORVORGESTERNMANN.

Sebastian Pietsch spielt Tenor-Saxophon auf LASS MICH EINFACH, HAIRPIN, VORVORGESTERNMANN, HARTE MÄNNER.

Und auf dem Bonus-Track, dem Song HARTE MÄNNER von Andreas Schmidt, bilden seine Freunde den begnadetsten gemischten Chor jenseits des Salt’n Bone:  Peter Baumeister, Andrea Katzenberger, Thomas Karg, Oliver Klatt, Stefan Lochau, Bernd Löhr, Zoe Moore, Eoin Moore, Steffen Münster, Elke Weber-Moore.

Das Studio
Die UFO-Sound-Studios befinden sich in Berlin-Friedrichshain www.ufo-studios.de

Die Songs

Hier also Teasers von den 14 rough-mixes von RAW LOVE – hier und da kommt noch ‘was zu oder weg, der Sound wird noch besser,  aber so  in etwa wird sich das Album anhören:

Das Album öffnet mit RAW LOVE — 100% Roddy McKinnon — ein Song zwischen Pulp Fiction und Appalachia. Roddy sagt dazu: “Auf den ersten Blick handelt der Text etwas glitschig davon, wie leicht es ist, sich in die falsche Person zu verlieben. Auf etwas tieferer Ebene lässt sich jedoch beobachten, dass in allen Beziehungen der dominante Partner den anderen auf Dauer zum Erlöschen bringt.”

Raw Love – mp3-teaser:

Roddy McKinnon & Swiss Schätzeli              Photo: George Leitenberger

Weiter geht es mit GRABWÄRTS, einer Ballade in drei/vier: Obwohl der Titel etwas jenseitig klingen mag, geht es hier ganz lebensbejahend darum, was man mit der einem verbleibenden Zeit anstellt. Oder wie es im Song, frei nach Viktor Frankl heisst: “Was willst Du alles dir noch gefallen lassen — von dir?” Ein vorwärtsgerichteter Blick also. Aber einer ohne Illusionen über sich und die anderen.

Grabwärts – mp3-teaser:

In HAIRPIN blickt Roddy zurück : “ Das ist ein kurzes Lied über die Kürze des Lebens im Lauf eines Tages. Darüber, wie ich mich am Morgen fühle, nämlich unausgeglichen und kaputt. Und im Gegensatz dazu, wie ich mich um Mitternacht fühle: Wild und brüllend. Und dann völlig unerwartet und mit einer Plötzlichkeit, die Leben ist: Das Ende.”

Hairpin – mp3-teaser:

Sebastian Pietsch & Horn
Photo: George Leitenberger

LASS MICH EINFACH ist in gewissem Sinne George’s Version von RAW LOVE. Der Wunsch, dass der oder die Andere einen “einfach” lässt. Altbekannt und ewig wahr: “It takes two to tango.”

Lass mich einfach – mp3-teaser:

Tobias Fleischer & Bass                                      Photo : George Leitenberger

LONG GONE wiederum ist Roddy’s Pendant zu GRABWÄRTS — nur das hier bereits – fröhlich fast – Abschied genommen wird. Roddy: “Ist halt der klassische “Mach-das-Beste-draus”- Ansatz in Bezug auf das zeitlose und universelle Thema Sterblichkeit.”

Long Gone – mp3-teaser:

Roddy McKinnon                                                                                              Photo: George Leitenberger

In SILENT SKIES sucht einer, des nachts unterwegs in einem abgerockten Willys-Jeep, mitten im sogenannten totalen Funkloch nach der einzigen Piste in und aus der Weissen Wüste heraus. Ein Stück darüber, wie laut die Stille sein kann, wenn man sich verliert.

Silent Skies – mp3-teaser:

George stiess durch Zufall während einer langen Autofahrt auf das GRAND HOTEL DESORIENTE, einen verfallenden, einst luxuriösen Ort, der die besten Tage lange hinter sich hat und an dem einen “die Zeit schweigend anspringt”. Sämtliche Assoziationen zu unserem geliebten Europa wären an den Haaren herbeigezogen.

Grand Hotel Desoriente – mp3-teaser:

SLEEPY HEAD – Roddy sagt: “Um der kommenden Generationen willen muss die Hoffnung einen Ort haben, eine Hoffnung, die blüht wie der Frühling, die aufscheint, wie wenn man sich verliebt. Kein Scherz.”

Sleepy Head – mp3-teaser:

Die erste Version von VORVORGESTERNMANN hiess noch Krawattenkötermann. Mit letzterem war ein gewisser wortgewandter Feuerteufel im Tweedjackett gemeint, der sich zuletzt gerne mit einer grünen Krawatte mit aufgestickten Retrievern talkshowfreundlich in Szene zu setzen wusste. Das Bild war zwar griffig, aber wir entschieden uns dann doch dafür, das Thema Hetze gegen Andersdenkende und/oder Menschen mit anderer Hautfarbe oder jene, die alles verloren haben und auf elementare Hilfe angewiesen sind nicht an einer einzigen Person festzumachen, sondern etwas weiter zu fassen.

Vorvorgesternmann – mp3-teaser:

Manfred Maurenbrecher & George Leitenberger
Photo: Peter Baumeister

GUITARS & GIRLS – “Das ist eine launig hingeworfene Skizze von den positiven Dingen, die meine Seele in dieser Welt nähren” – sprach Roddy McKinnon.

Guitars & Girls – mp3-teaser:

WIEDER GESUND ist ein Song, der das knifflige Thema Vergebung mit einer lockeren, sonnigen Melodei verbindet, die gewissermassen zwischen den Zeilen sagt “Ich lasse es nicht länger zu, dass das, was mir ein paar miese Spiesser angetan haben, meine Lebensfreude ruiniert.” Nicht ganz einfach, aber eine Möglichkeit, das eigene Leiden wenigstens nicht noch zu verdoppeln.

Klaus Eichberger;  Photo: unknown

Wieder gesund – mp3-teaser:

WORLD OF THIEVES – “Als ich diesen Song schrieb, glaubte ich nicht daran, dass es hinter der rissigen Fata Morgana von der Einigkeit der Völker noch blutiger werden könnte – tut es aber“, sagt Roddy.

Roddy McKinnon                                                                                           Photo: George Leitennberger

World of Thieves – mp3-teaser:

TIRED OF THE TIMES – wieder so ein Stück, das mit etwas abschliesst: Kurz bevor man die Seite umblättert, überfliegt man das eben Gelesene nochmal… Hier ist das Hinter-sich-lassen gemeint, das Sich-nicht-mehr-blenden-lassen von einer Welt, die den Bullshit, den Fake, den Tinnef anbetet. So schliesst sich der Kreis der Lieder mit dem  Wunsch nach Einfachheit, Klarheit und Aufrichtigkeit.

Tired of the Times – mp3-teaser:

Der Bonustrack

Wie eingangs bereits erwähnt, ist HARTE MÄNNER WEINEN ein Lied unseres im vergangenen September verstorbenen Freundes Andreas Schmidt, welches seine Freunde und Kollegen bei dessen Beisetzung im Oktober in Berlin sangen. Manche waren bis ganz zuletzt bei ihm, manche irgendwo in der Welt unterwegs und nicht wenige hatten sich jahrelang nicht mehr gesehen. Und doch waren so viele gekommen, um von diesem grossartigen Kerl Abschied zu nehmen – und was für ein Abschied das war! Ein grosses Kompliment an Olli Klatt und Warner Polands Band und die feinen, lustigen, tief berührenden Worte. Und an Eoin Moore, der u.a. im Eiszeit-Kino eine wunderbare Feier zu Ehren von Andreas auf die Beine stellte.

Olli Klatt & George Leitenberger, Eiszeit-Kino, Berlin, Oktober 2017
Photo:  Peter Baumeister

George: “Andreas ich hatten uns im Frühjahr ’85 während der Produktion “Schleudergang” am Stadttheater Dortmund kennengelernt und später in Berlin zusammen in der Solmsstrasse in Kreuzberg 61 gewohnt und gearbeitet.

Andreas Schmidt, Kleistpark, Berlin, Herbst 1985; Photo: George Leitenberger

Unsere Bukowski-Abende im damaligen Kroll-Theater in der Merseburger Strasse  und unsere nächtelangen Gespräche über Musik, Songschreiben, Film und Theater bleiben mir unvergesslich. Er war einer der positivsten, tiefsten und unbestechlichsten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Und in vielen Situationen ein echter Freund.”

Andreas Schmidt & George Leitenberger,  Kurzfilm-Dreh in der Kastanienallee,  Mai 1990
Photo:  Bernd Löhr

Roddy und George hatten bereits die Aufnahmen zu RAW LOVE in Berlin geplant und so lag es nahe, Andreas eine kleine Hommage zu widmen und

“Ja, wenn’s Ärger gibt…” GL, Stefan Lochau, Steffen Münster, Olli Klatt, Andrea Katzenberger                                                                                                             Photo: Peter Baumeister

möglichst viele Freunde im Studio zu einer Session zusammenzubringen.

Stefan Lochau, Andrea Katzenberger, Olli Klatt, Steffen Münster Photo: Peter Baumeister

Und da Andreas das Leben, das eigene wie das der anderen, liebte und auch selten einer Feier aus dem Wege ging…

…& Thomas Karg und Bernd Löhr…der schärfste Chor…
Photo: Peter Baumeister

…haben wir  HARTE MÄNNER WEINEN

& Elke Weber-Moore & Zoe Moore & Eoin Moore …jenseits des Salt’n Bone
Photo: Peter Baumeister

…so aufgenommen, wie wir dachten, dass es ihm gefallen könnte:

Gerd Nickel, Andreas Schmidt, Wullf ?, George Leitenberger           Kurzfilm-Dreh, Kastanienallee,  Mai 1990 Photo: Bernd Löhr

Schmalzlos, raw und herzlich.

Harte Männer weinen – mp3-teaser:

In diesem Sinne: This is RAW LOVE !

George Leitenberger & Roddy McKinnon, Berlin im Februar  2018

*

Die Instrumente

Auf RAW LOVE spielen:

George Leitenberger — 1964 Gibson J 50, 1942 Southern Jumbo replica von Blazer & Henkes, 1994 Gibson J 200, alle mit LR Baggs Magnettonabnehmer, Epiphone 5-string Banjo, Hohner-Bluesharp, Fano Alt de facto Stromgitarre mit Fender Blues Junior Wüstenwindheuler ohne Effektgeräte.

Roddy McKinnon — 1936 Kalamazoo Archtop mit Framus single coil, 1939 Recording King M2 Archtop, 1919er Gibson F4 Mandoline, Moon A&E Mandoline mit Fishman,1964er Gibson J 50, Hohner Primatona IV Akkordeon, Fano Alt de facto Stromgitarre mit Fender Blues Junior Wüstenwindheuler ohne Effektgeräte.

TO BE UPDATED SOON-ISH…

Artwork: Marcel Laliberté  “George Leitenberger & Roddy McKinnon & Jackie Bowie”